SG Hornberg/Lauterbach/Triberg – HBL Herren I
Fünf-Tore-Führung verspielt: HandBall Löwen Heitersheim verlieren in Triberg mit 27:30 (18:13) | 30:27 (13:18)
Fünf-Tore-Führung verspielt: HandBall Löwen Heitersheim verlieren in Triberg mit 27:30 (18:13)
Nach starker erster Halbzeit bringt die Disqualifikation von Moritz Bermeitinger die junge Löwen-Mannschaft aus dem Rhythmus. Am Ende belohnt sich die SG Hornberg/Lauterbach/Triberg für eine konsequente zweite Hälfte.
TRIBERG/HEITERSHEIM. Eine Halbzeit lang schien für die HandBall Löwen Heitersheim alles nach Plan zu laufen. Mit einer konzentrierten Vorstellung, einer stabilen Abwehr und geduldig ausgespielten Angriffen erspielten sich die Gäste bei der SG Hornberg/Lauterbach/Triberg eine verdiente 18:13-Halbzeitführung. Doch was zunächst nach einem vielversprechenden Auswärtserfolg aussah, entwickelte sich in der zweiten Hälfte zu einer bitteren Lektion für die junge Heitersheimer Mannschaft. Am Ende mussten sich die Löwen in der Aline-Rotter-Focken-Halle mit 27:30 geschlagen geben.
Dabei hatten die Gäste genau dort angesetzt, wo Trainer Selcuk Cinar in den vergangenen Trainingswochen die Schwerpunkte gelegt hatte. Die Mannschaft kam gut ins Spiel, setzte die taktischen Vorgaben konsequent um und überzeugte vor allem durch ihre Geduld im Angriff. Statt überhasteter Abschlüsse wurden klare Torchancen herausgespielt. Gleichzeitig stand die Defensive kompakt und ließ den Gastgebern nur wenig Raum zur Entfaltung.
Nach einer zunächst ausgeglichenen Anfangsphase übernahmen die Löwen zunehmend die Kontrolle. Über die Zwischenstände 9:9 und 11:12 erspielten sie sich einen immer deutlicheren Vorsprung. Besonders Veit Bermeitinger zeigte sich treffsicher und war mit zehn Toren erfolgreichster Heitersheimer Werfer. Lars Suttner steuerte sechs Treffer bei. Mit einem starken Schlussspurt bauen die Gäste ihren Vorsprung bis zur Halbzeit auf fünf Tore aus. Das 18:13 war Ausdruck einer geschlossenen und überzeugenden Mannschaftsleistung.
Disqualifikation bei 15:19 als entscheidender Einschnitt
Der entscheidende Wendepunkt folgte unmittelbar nach Wiederanpfiff. Beim Spielstand von 15:19 und damit einer weiterhin komfortablen Vier-Tore-Führung musste Moritz Bermeitinger in der 34. Spielminute nach seiner dritten Zeitstrafe vorzeitig vom Feld. Diese und die vorausgegangenen Zwei-Minuten-Strafen waren aus Heitersheimer Sicht zwar vertretbare Entscheidungen, bewegten sich allerdings durchaus im Bereich des Ermessensspielraums und waren nicht zwingend auszusprechen.
Mit der dritten Hinausstellung und der damit verbundenen Disqualifikation verloren die Löwen ausgerechnet in einer Phase, in der sie das Spiel weiterhin kontrollierten, einen erfahrenen Spieler und wichtigen Impulsgeber. Für die junge Mannschaft war dieser personelle Rückschlag offenbar schwerer zu kompensieren als zunächst erwartet.
In der Folge riss zunehmend der Spielfaden. Die Gastgeber nutzten die entstandene Unsicherheit konsequent aus und verkürzten Tor um Tor. Während die SG Hornberg/Lauterbach/Triberg ihre Angriffe geradlinig und ohne unnötige Umwege zu Ende spielte, schlichen sich bei den Löwen Hektik und Unkonzentriertheiten ein.
Manndeckung gegen Philip Leslie als zusätzliche Herausforderung
Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit reagierten die Gastgeber zusätzlich mit einer taktischen Umstellung und nahmen nun Philip Leslie in Manndeckung. Damit wurde eine wichtige Anspielstation und Impulsgeber im Heitersheimer Angriffsspiel gezielt aus dem Spiel genommen. Die Löwen fanden zunächst keine passende Antwort auf diese Maßnahme. Statt die dadurch entstehenden Räume konsequent zu nutzen und mit Bewegung und Zusammenspiel neue Lösungen zu schaffen, verfiel die Mannschaft zunehmend in Einzelaktionen.
Unvorbereitete Abschlüsse, fehlende Abstimmung in der Defensive und zu wenig Geduld im Angriff machten es den Gastgebern zusätzlich leichter. Hinzu kam eine mangelhafte Chancenverwertung: Rund acht sogenannte hundertprozentige Torchancen blieben auf Heitersheimer Seite ungenutzt. Eine Hypothek, die sich in einer derart engen Begegnung kaum kompensieren lässt.
Die Entwicklung im Spielverlauf war deutlich. In der 37. Minute stand es noch 20:19 für Heitersheim, wenig später übernahm die SG beim 21:20 erstmals die Führung. Die Gastgeber hatten den Fünf-Tore-Rückstand nicht nur aufgeholt, sondern das Momentum endgültig auf ihre Seite gezogen.
Löwen kämpfen, doch die Wende gelingt nicht mehr
Auch nach dem Rückstand gaben sich die Heitersheimer nicht auf. Veit Bermeitinger hielt seine Mannschaft mit weiteren Treffern im Spiel. In der Schlussphase keimte beim Stand von 27:25 und später 28:26 noch einmal Hoffnung auf. Doch die Löwen vergaben wieder 2 wichtige Chancen und die Gastgeber behielten die Ruhe, spielten ihre Angriffe konsequent zu Ende und ließen sich den Heimsieg nicht mehr nehmen. Mit dem Schlusspfiff stand eine 30:27-Niederlage für die HandBall Löwen Heitersheim fest.
Teammanager Axel Bermeitinger sieht die Niederlage vor allem als wichtige Erkenntnis für die weitere Entwicklung der Mannschaft: „Wir müssen auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren. In der ersten Halbzeit haben wir vieles richtig gemacht und konsequent umgesetzt, was wir uns in den vergangenen Wochen im Training erarbeitet haben. Die Mannschaft hat gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt. Umso ärgerlicher ist es, dass wir nach dem personellen Rückschlag unsere Linie verloren haben. Wir müssen gerade in solchen Situationen einen kühlen Kopf bewahren, unsere Chancen herausspielen und dürfen nicht versuchen, mit schwierigen Kunstwürfen das Spiel erzwingen zu wollen. Es gilt, an unserer Taktik festzuhalten und dem eigenen Spiel zu vertrauen.“
Auch Trainer Selcuk Cinar sieht in der zweiten Halbzeit wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung seiner Mannschaft: „Wir haben heute gesehen, dass wir über weite Strecken in der Lage sind, unsere Spielidee sehr gut umzusetzen. Was uns noch fehlt, ist die nötige Konstanz, wenn sich die Rahmenbedingungen während eines Spiels verändern. Gerade unsere jungen Spieler müssen lernen, auch dann Verantwortung zu übernehmen, wenn ein erfahrener Spieler nicht mehr zur Verfügung steht oder der Gegner taktisch umstellt. Das bedeutet, Ruhe zu bewahren, sich gegenseitig zu unterstützen und weiterhin die richtigen Entscheidungen zu treffen.“
Eine Niederlage, aus der die Löwen lernen müssen
So schmerzhaft die verpasste Möglichkeit auf zwei Auswärtspunkte auch ist: Die Begegnung in Triberg hat den HandBall Löwen Heitersheim zwei Seiten ihrer aktuellen Entwicklung vor Augen geführt. Die erste Halbzeit war ein überzeugender Beleg für die Fortschritte aus der Trainingsarbeit und das vorhandene spielerische Potenzial. Die zweite Hälfte zeigte dagegen, wie wichtig mentale Stabilität, Übersicht, taktische Flexibilität und mannschaftliche Geschlossenheit in schwierigen Situationen sind.
Für die kommenden Aufgaben gilt es deshalb, genau an diesen Punkten anzusetzen. Chancen müssen konsequenter genutzt, Angriffe geduldiger ausgespielt und die Abstimmung in der Abwehr auch unter Druck aufrechterhalten werden. Auch auf taktische Veränderungen des Gegners muss die Mannschaft schneller und überlegter reagieren. Vor allem aber müssen die jungen Spieler lernen, Rückschläge gemeinsam aufzufangen und sich nicht von ihrem eingeschlagenen Weg abbringen zu lassen.
Die Leistung der ersten 30 Minuten sollte den Löwen Mut machen. Die Erfahrungen aus den zweiten 30 Minuten sollten ihnen Ansporn sein, es beim nächsten Mal besser zu machen.
Es spielten (Tore) für die HandBall Löwen Heitersheim:
Jonas Kruck 4, Lars Suttner 6, Julian Lennartz (Tor), Moritz Bermeitinger 1, Marius Schneider, Marco Suttner, Corvin Schmälzle 2, Philip Leslie 3, Veit Bermeitinger 10, Sebi Loose 1