TSV Alemannia Freiburg-Zähringen – HBL Herren I

Mit Stolz verabschiedet: Löwen zeigen Herz – und sagen einer Ära Lebewohl | 30:17 (12:10)

 

Freiburg-Zähringen. Es war das letzte Spiel einer schweren Saison. Das letzte Spiel in der Landesliga. Und es war zugleich der emotionale Abschied mehrerer Gesichter, die die HandBall Löwen Heitersheim über Jahre geprägt haben. Trotz der am Ende deutlichen 17:30 (10:12)-Niederlage beim TSV Alemannia Freiburg-Zähringen verkauften sich die Löwen lange Zeit mit großem Herzen, Leidenschaft und beeindruckender Moral.

 

Wer nur das Endergebnis liest, wird dem Spielverlauf nicht gerecht. Denn insbesondere in der ersten Halbzeit zeigten die abstiegsgeplagten Gäste noch einmal, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Mutig, schnell und mit großem Einsatz hielten die Löwen gegen den Favoriten dagegen, spielten auf Augenhöhe und setzten immer wieder gefährliche Nadelstiche.

 

Nach 15 Minuten führte Heitersheim verdient mit 6:5. Die Mannschaft agierte konzentriert, verteidigte diszipliniert und erspielte sich zahlreiche hochkarätige Torchancen. Dass die Löwen zur Pause dennoch mit 10:12 zurücklagen, hatte vor allem einen Namen: Fabian Krepper.

 

Der Torhüter der Gastgeber wuchs über sich hinaus und entschärfte allein in der ersten Hälfte mindestens sechs glasklare Hundertprozentige der Gäste. Ohne seine spektakulären Paraden hätte Heitersheim früh deutlich davonziehen können.

 

„Ich wusste, dass ich alles geben muss und mit besonderen Paraden die Torchancen der Löwen verhindern musste. Ansonsten hätten sie uns mit ihrem Tempo überrannt“, sagte Krepper nach dem Spiel.

 

Nach dem Seitenwechsel schwanden bei den Löwen dann zunehmend die Kräfte. Zu viele technische Fehler schlichen sich ins Spiel ein, die zuvor stabile Abwehr verlor an Zugriff und auch beste Möglichkeiten blieben ungenutzt. Freiburg-Zähringen nutzte dies eiskalt aus, kam immer besser ins Tempospiel und setzte sich Tor um Tor ab.

 

Ein Sechs-Tore-Lauf der Hausherren in der Schlussphase besiegelte schließlich die klare Niederlage. Bester Werfer der Gastgeber war Nico Kretschmar mit acht Treffern.

 

Doch an diesem Abend stand das Ergebnis nur noch am Rande im Mittelpunkt. Viel größer war die Bedeutung des Abschieds. Mit Trainer Sommerkorn endet eine prägende Zeit an der Seitenlinie, zudem verlassen gleich sechs Stammspieler die Mannschaft.

 

Trainer Sommerkorn rang nach Spielende um Worte: „Diese Mannschaft hat Charakter gezeigt – darauf bin ich stolz.“

 

Auch Teammanager wurde emotional: „Heute geht mehr zu Ende als nur eine Saison. Wir verlieren Spieler, Charaktere und Freunde. Aber was bleibt, ist Stolz auf diese Mannschaft, auf ihren Kampfgeist und auf alles, was wir gemeinsam erlebt haben.“

 

So endet für die HandBall Löwen Heitersheim das Kapitel Landesliga zwar mit einem Abstieg, aber nicht ohne Würde. Die erste Halbzeit in Zähringen zeigte eindrucksvoll, dass in dieser Mannschaft mehr steckte, als es die Tabelle ausdrückt.

 

Und die Löwen haben noch ein letztes großes Ziel vor Augen: Bereits am kommenden Sonntag steigen in Freiburg die Final Four des Verbandspokals. Dort trifft Heitersheim als einziger Landesligist auf zwei höherklassige Verbandsligisten – ein weiterer Beweis dafür, welches Potenzial und welchen Charakter diese Mannschaft in sich trägt.

 

Es spielten für die HandBall Löwen Heitersheim (Tore): Sandro Argenziano (5), Veit Bermeitinger (3), Nico Dobronn (3), Corvin Schmälzle (3), Moritz Bermeitinger (2), Sebastian Loose (1), Linus Bredemeyer, Julian Lennartz (Tor), Niklas Meyer (Tor), Frederik Schüle (Tor), Hendrik Sonst, Marius Sonst


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